Mai 2010. Es war bereits dunkel an jenem Abend, den Hildegard S. so schnell nicht vergessen wird. Sie war mit dem Auto auf dem Weg nach Bad Schwalbach und gerade von der B 260 abgebogen. Auf der Spange zur B 275 saß das Tier am Straßenrand – kurz vor dem Hettenhainer Kreisel. Eine Katze, so groß wie ein Schäferhund, an der Seite gefleckt und mit Pinselohren. Ein ausgewachsener Luchs. Der wartet artig bis das Fahrzeug vorbei ist und überquert erst dann in aller Ruhe die Chaussee. Schließlich verschwindet er im Wald. Ende Oktober wird dort erneut ein Luchs gesehen. Wieder am Straßenrand und so ziemlich an derselben Stelle. 2011 eine erneute Beobachtung. Diesmal wenige Meter weiter, an der Bushaltestelle direkt am Kreisel. Daraufhin wird in der Nähe eine Fotofalle installiert. Die steht noch immer dort und fotografierte inzwischen viele Waldbewohner, Rehe, Wildschweine, Waschbären und Wildkatzen. Nur der Luchs blieb kamerascheu.