2015 konnten in Hessen erstmals Jungluchse in der Wurfhöhle aufgesucht und markiert werden. Das Geheck der Luchsin F7 wurde Anfang Juni im Kaufunger Wald unter dem Wurzelteller einer umgestürzten Fichte entdeckt. F7 hatte vier Junge. Der vierte Jungluchs – ein Weibchen – war allerdings tot. Die drei lebenden Jungtiere wurden vermessen und gewogen. Die zwei Männchen und das Weibchen brachten zwischen 700 und 800 Gramm auf die Waage. Sie waren zu diesem Zeitpunkt bereits vier Wochen alt. Den Jungen wurde ein Chip implantiert. Zur Ermittlung des Genprofils wurden zudem etwas Speichel und einige Haare entnommen.

Durchgeführt wurde die Markierung von Experten des Luchsprojekts Harz, die die Mutter im Frühjahr im grenznahen Niedersachsen mit einem Sender versehen hatten. Im Mai hatten sich dann die GPS-Signale im hessischen Teil des Kaufunger Waldes gebündelt. Die Vermutung, dass dort die Wurfhöhle sei, erwies sich als richtig.



Die Markierung von Jungluchsen ist eine gängige Methode um ihren späteren Verbleib nachweisen zu können. Der Eingriff ist nicht riskant. Nach solchen „Störungen“ lassen Luchsmütter ihren Nachwuchs nicht im Stich. So war das auch im Kaufunger Wald. Kaum hatten die Luchsexperten den Ort verlassen, kam Luchsin F7 zurück und trug ihre Jungen an einen anderen Platz.