Stark geschwächter Luchs getötet

Aus Tierschutzgründen wurde Mitte August 2015 bei Melsungen ein weiblicher Luchs erschossen. Das stark geschwächte Tier war am Tag zuvor von einem Berufsjäger gefilmt worden. Die Aufnahmen zeigten, dass es sich kaum noch fortbewegen konnte. Ein Mitarbeiter der Oberen Naturschutzbehörde beim RP Kassel hatte an Ort und Stelle der Tötung des Tieres zugestimmt, nachdem zu beobachten war, wie es immer wieder zusammenbrach. Laut Regierungspräsidium war eine tierärztliche Versorgung nicht mehr möglich, da das Tier eine Narkose und einen Transport nicht überlebt hätte. Das vorjährige Jungtier war so stark abgemagert, dass es nur noch acht Kilogramm wog. Normalerweise wiegt ein Jährling in seinem zweiten Sommer zwischen 18 und 20 Kilogramm.

Die Obduktion ergab, dass der Luchs keine Infektionskrankheit hatte. Auch ein Befall durch Fuchsräude oder innere Parasiten lag nicht vor. Im Magen fanden die Veterinärpathologen lediglich wenige Gramm einer Blindschleiche und Pflanzenreste.

Vermutlich ist das subadulte Tier nach Trennung von der Mutter nicht im Stande gewesen, sich alleine zu ernähren. Es wurde immer schwächer und wäre in absehbarer Zeit verhungert. Kein ungewöhnlicher Vorgang, denn bis zu 70 % der Jungluchse verenden in ihrem zweiten Lebensjahr.

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