Mitte August 2017 war ein Jäger nördlich von Gerstungen (Thüringen) auf Ansitzjagd. Das Waldgebiet grenzt unmittelbar an Hessen. Als er nichtsahnend die Leiter eines Hochsitzes bestieg, bemerkte er in der Kanzel einen Luchs, der die erhöhte Position offenbar als Ausguck genutzt hatte. Das Tier war zunächst ebenso verdutzt wie der Weidmann, sprang dann aber über die rückwärtige Brüstung des Hochsitzes und machte sich davon. Nach etwa 40 m hielt der Luchs jedoch inne und sah sich den Jäger auf der Leiter an. Der nutzte die Gelegenheit für etliche Aufnahmen mit seinem Mobiltelefon.


Im angrenzenden Landkreis Hersfeld-Rotenburg (Hessen) gibt es mittlerweile etliche Luchsnachweise. Unter anderem wurde im April bei Nentershausen ein Luchspaar fotografiert. Der Aufnahmeort liegt maximal 10 km Luftlinie von der Begegnung in Thüringen entfernt. Die Größe der Streifgebiete legt nahe, dass ein Luchs, der im äußersten Osten des Kreises unterwegs ist, zumindest gelegentlich auch jenseits der Landesgrenze jagt. Allerdings hatte es dort bislang keine Nachweise gegeben.