Die Luchsfamilie im Reinhardswald konnte nun erstmals gefilmt werden. Ende Februar 2023 gelangen einem Autofahrer Videoaufnahmen, die drei Luchse an einer Landstraße zeigen. Zu vermuten ist, dass es sich um die Luchsin mit zwei Jungtieren gehandelt hat.
Seit Oktober 2022 war die Gruppe mehrfach im Reinhardswald beobachtet worden. Waldarbeiter und Jäger hatten meist von drei Jungtieren und der Mutter berichtet. Es muss also offenbleiben, ob das dritte Jungtier mittlerweile verschollen ist oder ob es sich bei der Begegnung an der Landstraße nur nicht sehen ließ. Ungeklärt ist auch, ob die Jungluchse im Reinhardswald geboren wurden oder die Familie aus Niedersachsen zugewandert ist.
Im Januar 2023 hatte die im Reinhardswald zuständige Luchsbeauftragte an einer Luchsfährte eine Kotprobe gesichert. Laut Hessischem Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) konnte die genetische Analyse einen bislang unbekannten männlichen Luchs nachweisen. Das HLNUG betreibt nun auch im Reinhardswald wieder ein aktives Fotofallen-Monitoring, das weitere Erkenntnisse erwarten lässt.
Auch im Werra-Meißner-Kreis konnte im Januar 2023 eine Försterin an einem gerissenen Reh eine Genprobe nehmen, die laut HLNUG den Nachweis eines weiblichen Luchses erbrachte. Die identifizierte Luchsin war genetisch bereits bekannt. Sie war schon im April 2022 durch das „Luchsprojekt Harz“ bei Hann. Münden im grenznahen Niedersachsen nachgewiesen worden.