Erneut konnten Luchse in Nordhessen nachgewiesen werden, zeigt der “Luchsbericht 2024/25“(pdf·15,1 M) des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) und des AK Hessenluchs.
Besonders erfreulich: Im Reinhardswald sind zwei Jungtiere unterwegs. Insgesamt konnten neun selbständige, mindestens einjährige Luchse eindeutig identifiziert werden. Die meisten Tiere haben ihr Hauptstreifgebiet in Niedersachsen, mindestens zwei leben dauerhaft in Hessen. Von 118 ausgewerteten Meldungen wurden 102 als sichere Nachweise bestätigt, vor allem durch das Fotofallen-Monitoring des HLNUG mit rund 30 Kamerafallen an 20 Standorten, ergänzt durch Zufallshinweise, die beim AK Hessenluchs eingingen.
Die Nachweise beschränken sich dabei nicht nur auf das Kerngebiet in Nordhessen, sondern erstrecken sich auch weiter südöstlich. Dies deutet auf eine langsame Ausbreitung hin. „Im letzten Jahr startete das Luchs-Wiederansiedlungsprojekts in Thüringen, sodass Zuwanderungen aus östlicher Richtung zu erwarten sind. So könnte sich möglicherweise eine Vernetzung der Populationen Harz und Thüringen über Hessen entwickeln“, erklärt Josephin Bruhn, Naturschutzreferentin des BUND Hessen und Mitautorin des Luchsberichtes. Die geringe Individuenzahl macht den hessischen Luchsbestand zudem besonders empfindlich gegenüber Verlusten durch Verkehrsunfälle oder Krankheiten.
