Luchsfamilie im Reinhardswald fotografiert

Mitte Dezember traf ein Revierleiter von HessenForst im nördlichen Reinhardswald auf eine Luchsin mit vier Jungtieren, die er mit seinem Mobiltelefon dokumentieren konnte. Damit wurden die Sichtungen der letzten Monate erstmals durch Fotos bestätigt.

Dieser C1-Nachweis bringt nun endlich die Gewissheit, dass es in Nordhessen wieder Luchsnachwuchs gibt. Seit dem Räude-Einbruch 2015 konnte ja keine Reproduktion mehr nachgewiesen werden, da damals vor allem weibliche Luchse an der Krankheit verendet waren.

zwei Jungluchse im Reinhardswald (Foto: Christoph Vadersen)

Da sich die Luchsgruppe im unübersichtlichen Unterholz verteilt hatte, sind jeweils nur zwei oder drei Jungtiere auf einem Foto zu sehen. Das Jungluchs-Quartett steht allerdings außer Frage, da die vier Jungen bereits mehrfach in diesem Waldgebiet beobachtet wurden.

So hatte ein Forstarbeiter Anfang Oktober von vier gleichgroßen Luchsen berichtet, die er auf einem Holzlagerplatz beobachten konnte, als sie dort in der Morgendämmerung auf den Baumstämmen spielten. Es ist naheliegend, dass dort die vier Jungtiere zu sehen waren. Die Luchsin wurde offenbar nicht bemerkt. Die zuständige Luchsbeauftragte suchte wenig später die Holzstapel nach weiteren Hinweisen ab und konnte dort etliche Haare bergen, die mittlerweile als Luchshaare verifiziert wurden. Zudem fotografierte sie frische Kratzspuren am Holz.

Kratzspuren (Foto: Petra Walter)
Luchs-Pfotenabdruck (Foto: Petra Walter)
Die führende Luchsin. Jungtiere sind nicht im Bild. (Foto: Christoph Vadersen)

In der zweiten Dezemberwoche wurde dann eine weitere Sichtung in diesem Waldareal gemeldet. Eine Forst-Praktikantin hatte eine führende Luchsin mit vier Jungtieren beobachtet. Dort konnten zudem im Neuschnee etliche Pfotenabdrücke der Tiere dokumentiert werden.
Mittlerweile wurden im nördlichen Reinhardswald Fotofallen ausgebracht, die weitere handfeste Nachweise liefern sollen.

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