Am 21. Juni wurde der in Niedersachsen besenderte Luchs „M9“ bei Hessisch Lichtenau (Werra-Meißner-Kreis) tot geborgen. Er hatte sich unter einen Schuppen im freien Feld zurückgezogen und war dort verendet. Der in Hessen auch als „Pou“ bekannte Kuder war völlig abgemagert. Sein Gewicht hatte sich auf ganze 10 Kilo halbiert.


Die Spurenlage zeigte, dass „M9“ auf eigenen Pfoten dorthin gekommen war. Schleifspuren oder menschliche Fußabdrücke waren nicht zu finden. Daher kann eine Fremdeinwirkung am Fundort ausgeschlossen werden. Das Tier wies keine sichtbaren Verletzungen oder äußerlich erkennbaren Krankheiten auf.


Das Luchsprojekt Harz hatte das Landesamt für Naturschutz (HLNUG) alarmiert. Einer unserer regionalen Luchsbeauftragten übernahm die Bergung, bei der auch die Polizei hinzugezogen wurde. Im Harz war zuvor ein eindeutiges „Totsignal“ empfangen worden. Das GPS-Halsband des Tieres hatte 24 Stunden lang von der gleichen Stelle gesendet und so Bewegungslosigkeit signalisiert.
Die Obduktion beim Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin ergab, dass „M9“ an einer fortgeschrittenen Entzündung der Lunge und des Rippenfells litt. Dadurch war er so entkräftet, dass er nicht mehr jagen konnte und schließlich verhungert ist.