Mitte Dezember 2018 lief bei Elztal (Neckar-Odenwald-Kreis) ein Luchs in eine Fotofalle, der unübersehbar ein Senderhalsband trug. Für die Fachleute der FVA Freiburg war naheliegend, dass das Tier aus dem Harz zugewandert war, da dort etliche Tiere mit Sender unterwegs sind. Das Luchsprojekt Harz vermutete den Kuder „M12“, der im Sommer 2018 nach Mittelhessen abgewandert war und dort im Spätherbst letztmalig geortet wurde. Danach fiel sein Sender aus.

Die Nachtaufnahme mit Infrarot war leider zu unscharf, um „M12“ durch einen Fellmustervergleich sicher zu bestätigen. Sollte die Vermutung zutreffen, hätte das Tier vom Ort der Besenderung bei Bad Pyrmont (Niedersachsen) bis in den badischen Odenwald eine Entfernung von 220 km (Luftlinie) hinter sich gebracht. In Wirklichkeit dürfte die Strecke deutlich länger gewesen sein. „M12“ hätte damit den bisherigen Streckenrekord eines Harzluchses eingestellt, der im Frühjahr 2018 bei Welzow in der sächsischen Lausitz aufgetaucht war. Auch dort wurden 220 km Luftlinie ermittelt.