Luchspaar in Waldhessen fotografiert

Eine Reihe von Zufallsaufnahmen bei Nentershausen legen nahe, dass sich im Kreis Hersfeld-Rotenburg ein Luchspaar gefunden hat und möglicherweise Nachwuchs ins Haus steht. Die Fotos gelangen am 10. April 2017 um 9 Uhr direkt an einer Kreisstraße. Die beiden Tiere ließen sich an die zehn Minuten aus dem Auto beobachten. Einer der Luchse rollte sich einige Male auf den Rücken, was als Paarungsverhalten gedeutet werden kann.

Luchse bei Nentershausen (Foto: Jan Scheper)
Kuder und Luchsin bei Nentershausen (Foto-Ausschnitt: Jan Scheper)
Luchs bei Cornberg (Foto: Tobias Krug)

Kuder und Luchsin bei Nentershausen (Ausschnitt) Luchs bei Cornberg

Die zweite Aprilwoche ist für ein Ranzgeschehen eigentlich etwas zu spät. Üblicherweise paaren sich die Tiere von Januar bis März. Deshalb wurde zunächst eine Luchsin mit einem fast erwachsenen Jungtier vermutet. Ein vergrößertes Foto zeigt aber bei dem „linken“ Luchs eindeutig männliche Genitalien. Da bei einem vorjährigen Jungtier die Hoden kaum ausgebildet wären, belegt die Nahaufnahme einen erwachsenen männlichen Luchs. Und da sich adulte Kuder aus dem Weg gehen, ist das „rechte“ Tier mit Sicherheit eine Luchsin.

Gut eine Woche später traf ein Jäger bei Cornberg gegen 17 Uhr auf einen Luchs, der auf einem Forstweg unterwegs war. Da der Wind günstig stand und der Beobachter Tarnkleidung trug, kam das Tier bis auf 30 Meter heran. Dabei gelangen etliche Fotos. Nach etwa zwei Minuten verließ der Luchs „in aller Ruhe“ den Schauplatz.

Fellvergleiche ergaben, dass dort mit hoher Wahrscheinlichkeit der Luchs „Yuki“ abgelichtet wurde. Das Tier wurde im Kreis Hersfeld-Rotenburg bereits durch eine Fotofalle identifiziert und zuvor bei Spangenberg (Schwalm-Eder-Kreis) mehrfach nachgewiesen. Mittlerweile gilt als sicher, dass es sich bei „Yuki“ um einen Kuder handelt, der im letzten Jahr aus Niedersachsen zugewandert ist. Dies belegen u.a. Foto- und Gennachweise, die im April 2016 im Nationalpark Harz gewonnen wurden.

Die Aufnahmeorte bei Cornberg und Nentershausen sind etwa 6 km Luftlinie voneinander entfernt. Es ist also nicht abwegig, dass der Kuder bei Nentershausen ebenfalls „Yuki“ ist. Die Fotoreihe gibt das allerdings nicht her.

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