Ein Luchs verteidigt seinen Riss

Ende Februar 2011 findet ein Jagdaufseher in einem Waldgebiet bei Lohfelden eine verdächtige Schleifspur. Es ist Sonntagnachmittag, so gegen Eins. Sein Jagdhund nimmt die Fährte auf und stößt wenig später auf Rehhaare am Waldboden. In unmittelbarer Nähe treffen dann Jäger und Hund auf einen Riss. Das Reh ist noch warm. Offenbar wurde es erst vor kurzer Zeit gerissen. Da entdeckt der Jagdaufseher den Luchs. Vermutlich hatte er sich bei Ankunft von Herr und Hund zurückgezogen, sitzt ganze 40 Meter entfernt und schaut zu den beiden herüber. Das weitere Geschehen haben wir damals als „Fotoroman“ dokumentiert:

Luchs-Aufnahme im Rahmen des Flächenmonitoring in Nordhessen

In der Abenddämmerung des nächsten Tages gehen Jäger und Hund noch einmal zum Riss. Jetzt sitzt der Luchs bei seiner Beute und macht keinerlei Anstalten sie aufzugeben. Bei Futterdieben, sagt sich die große Katze, bin ich aber sowas von stur. Der Jäger traut seinen Augen nicht, kramt seine Kamera aus dem Rucksack und dokumentiert die Szenerie. Der Luchs richtet sich auf und faucht.
Herr und Hund ziehen sich daraufhin zurück, kommen aber nach einer Stunde wieder. Der Jagdaufseher lenkt sein Fahrzeug auf einem Waldweg in die Nähe des Risses und richtet die Scheinwerfer in den Wald. Unbeeindruckt verharrt der Luchs bei seiner Beute. Distanz zum Auto: 20 Meter. Aus dem Fahrzeug können weitere Fotos geschossen werden. Sie belegen auch, dass der Luchs die ständigen Störungen nun satt hat. Er verlässt seinen Riss und nähert sich den grellen Scheinwerfern. Der Jäger tut das einzig Sinnvolle: er tritt den Rückzug an und fährt nach Hause.
All das hat offenbar dem Luchs den Appetit nicht verderben können. In den folgenden Tagen wurde der Riss fast vollständig genutzt.

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