Harzluchs auf der A 44 überfahren

Luchs mit Ohrenmarke (Foto: Rainer Büchner)

Mitte Oktober 2012 wurde auf der A 44 bei Zierenberg ein vorjähriger Jungluchs überfahren. Der Kuder hatte im linken Ohr eine orangefarbene Erkennungsmarke und trug einen Mikrochip unter dem Fell. So konnte das Tier vom Luchsprojekt Nationalpark Harz eindeutig identifiziert werden. Der Luchs entstammt einem Geheck von vier Jungtieren und wurde am 21.12.2011 bei Clausthal-Zellerfeld (Niedersachsen) markiert. Ursprünglich sollte seine Mutter eingefangen und besendert werden. Stattdessen ging der Jungluchs in die Kastenfalle. Für ein Telemetrie-Halsband war er aber damals noch zu klein. So wurde er lediglich „gechippt“ und mit einer Ohrmarke versehen.

Laut Obduktionsbericht von Dr. Franz Müller (Gersfeld) im Auftrag des Hessischen Landeslabors war das Tier gesund und in guter Kondition. Da unfallbedingt Teile des hinteren Körpers fehlten, zeigte die Waage nur 18.540 Gramm. Das Gesamtgewicht des Kuders wird auf gute 20 kg geschätzt.

Nach der Einwanderung des besenderten Harzluchses M2 im November 2009 ist der Jungluchs ein weiterer handfester Beleg für die Verbindung zwischen den Luchspopulationen in Nordhessen und im Harz.

Er ist leider auch der erste Luchs, der in Hessen dem Straßenverkehr zum Opfer fiel.

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