Luchsin „F7“ eingeschläfert

Im November 2015 musste im grenznahen Staufenberg-Nienhagen (Niedersachsen) die Luchsin „F7“ von einer Tierärztin eingeschläfert werden. Das Tier war seit Februar 2015 mit einem GPS-Sender unterwegs und bewegte sich im Kaufunger Wald sowohl auf hessischer als auch auf niedersächsischer Seite. Die Luchsin war in einem stark abgemagerten, geschwächten Zustand und wies starken Räudebefall auf.

Luchsin F7 im April 2015 bei Helsa/Hessen (Foto: Universität Göttingen/Hessenluchs)

„F7“ führte 2015 drei Jungluchse, über deren Verbleib es keine Hinweise gibt. Es ist allerdings zu befürchten, dass sie von der Mutter infiziert wurden und ebenfalls nicht mehr am Leben sind. 2015 kamen im niedersächsischen Teil des Kaufunger Waldes drei Luchse zu Tode, die massiv von Räudemilben befallen waren. Es handelte sich dabei um ein vorjähriges Jungtier und zwei Jungluchse, die 2015 geboren wurden. Alle drei wurden völlig entkräftet gefunden und mussten eingeschläfert werden. Die Räude wird wahrscheinlich von kranken Füchsen übertragen, die von Luchsen erbeutet werden. Ein Fotofallenbild vom Sommer 2015 deutete darauf hin, dass auch die führende Luchsin im niedersächsischen Nachbar-Territorium von „F7“ an Räude erkrankt war. Die beiden eingeschläferten Jungluchse wurden ihr zugeordnet.

Dieses Luchsweibchen und die Luchsin „F7“ waren im Erfassungsjahr 2015/16 die einzigen Tiere im hessisch-niedersächsischen Grenzraum, bei denen Nachwuchs bestätigt werden konnte. Daher ist leider zu vermuten, dass dort alle 2015 geborenen Jungluchse verendet sind.

Dieser Rückschlag muss aber nicht bedeuten, dass der Luchsbestand im gesamten Verbreitungsgebiet gefährdet ist. Das Monitoring in Nordhessen und Südniedersachsen belegt weitere erwachsene Luchse, die in den nächsten Jahren durchaus für Nachwuchs sorgen könnten. Der Bestand kann zudem durch Zuwanderung aus dem Harz stabilisiert werden. Allerdings kann man weiterhin nicht ausschließen, dass sich die Räude ausbreitet und weitere Verluste zu erwarten sind.

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