Gatterwild von Luchs gerissen

In der Nacht zum 20. Januar 2017 wurden in einem Gehege bei Söhrewald (Landkreis Kassel) sieben Stück Damwild gerissen. Betroffen waren ausschließlich Alttiere und Kälber, die alle nur einen Kehlbiss aufwiesen. Ansonsten waren sie unversehrt. Noch am selben Tag dokumentierten zwei Luchsbeauftragte die Situation. Zahlreiche Pfotenabdrücke neben den toten Tieren und auch die Art und Größe der Bisse belegten, dass nur ein Luchs als „Täter“ in Frage kam.

Trittsiegel (Foto: Jan Stetter/Hessen-Forst)
gerissenes Damwild (Foto: Jan Stetter/Hessen-Forst)

Der Gehegezaun war nicht schadhaft, aber von einem Luchs problemlos zu überklettern, da er nicht elektrisch gesichert war. In solchen Fällen bieten die Regierungspräsidien den Tierhaltern fachliche Beratung zur Optimierung der Umzäunung an.

Die Tötung mehrerer Beutetiere (surplus killing) wurde noch nie bei Luchsen beobachtet, die in freier Natur jagen. In seltenen Fällen kommt sie aber in Gehegen vor, wenn dort die Nutztiere keine Fluchtmöglichkeit haben. So gab es im April 2016 Mehrfachtötungen in einem Damwild-Gatter in der bayerischen Rhön. Im Dezember riss der Kuder „Friedl“ bei Leibertingen (Baden-Württemberg) drei Schafe und zwei Ziegen und im Januar 2017 wurden bei Lobach (Niedersachsen) sieben Kamerunschafe durch einen Luchs getötet.

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