Der Anfang Oktober 2017 im angrenzenden Unterfranken fotografierte Luchs war dort seit zwei Jahren der erste Nachweis. Das Tier wurde von einer Fotofalle im bayerischen Teil des Spessarts dokumentiert. Der Aufnahmeort liegt nur 15 km von der hessischen Grenze entfernt.

Das Foto wurde bei der Auswertung einer Wildkamera entdeckt, die ein Jäger an einer Lockfütterung für Wildschweine installiert hatte. Das bayerische Landesamt für Umwelt geht davon aus, dass der im Main-Spessart-Kreis aufgenommene Luchs nicht mit den Tieren der ostbayerischen Population verwandt ist. Darauf deute das längere Fell mit dem wenig ausgeprägten Fleckenmuster hin.
In Unterfranken gab es im Oktober 2015 den ersten Fotonachweis eines Luchses – damals in der Schwarzen Rhön. Im Landkreis Bad Kissingen wurde zudem zwischen November 2015 und April 2016 nach Rissen in Damwild-Gehegen mehrfach ein Luchs durch genetische Proben nachgewiesen, der der Harz-Population zugeordnet werden konnte. Ob es sich bei dem 2017 im Spessart fotografierten Tier um denselben Luchs handelt, ist nicht zu klären, da von diesem Tier kein Gen-Profil vorliegt.