Eine Luchsbegegnung auf fließend Hessisch

Die erste Taunus-Meldung stammt vom Frühjahr 2004. Damals überquerte ein Luchs frühmorgens die Landstraße zwischen Hausen vor der Höhe und Fischbach. Seriöse Augenzeugen: ein leitender Landesbeamter und sein Sohn, die im Auto auf der K 669 unterwegs waren. Im Oktober 2005 lässt sich ein Pinselohr in Kiedrich sehen. Und das gleich zweimal. Nicht am Ortsrand, sondern mittendrin. Josefine N. hatte sich angewöhnt, ihre Essensreste an die Nachbarskatzen zu verfüttern. Deshalb füllte sie immer mal wieder einen Futternapf und stellte ihn auf den Gehsteig gegenüber. Eines Abends, so gegen 23 Uhr, war die Katze am Napf ziemlich groß. Ein Luchs, wie sich später herausstellen sollte. Zwei Tage später schaute das hochbeinige Tier erneut vorbei. Doch der Fressnapf war diesmal leer und es hielt sich nicht lange auf.

Frau N. berichtet von zwei verschiedenen Luchsen, die innerhalb von 48 Stunden an dem Futternapf auf dem Gehsteig waren. Wir halten das – mit Verlaub – für unwahrscheinlich. Unterschiedliche Lichtverhältnisse oder eine andere Körperseite des Tieres dürften zu ihrer Wahrnehmung beigetragen haben.

Es liegt nahe, dass das Tier mit Menschen vertraut war, sonst hätte es sich nicht zweimal in den Siedlungsbereich einer Kleinstadt gewagt. Der Luchs wurde nur an diesen beiden Tagen gesehen, danach verlor sich seine Spur. Es gab in diesem Zeitraum keine Rissfunde und keine weiteren Sichtungen im Landkreis.

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