Ein Luchs riecht den Braten

Im August 2010 hat sich ein Luchs im grenznahen Rhein-Lahn-Kreis für den Grillabend einer Familie interessiert. In dem Hausgarten am Siedlungsrand waren die Bratwürste gerade auf dem Rost, als die Idylle durch laute „Schreie“ unterbrochen wurde. Sie kamen von einem bewachsenen Felsenhang, der an das Gelände grenzt. In etwa 70 Meter Entfernung zeigte sich an der Hangkante ein Luchs. Das Tier lief dann einige Meter, setzte sich schließlich hin und rief erneut mehrere Male. Dann schaute es an die zehn Minuten hinunter in den Garten. Nachdem ein Feldstecher geholt worden war, konnte die Grillrunde den gefleckten „Zaungast“ auch genauer betrachten. Die typischen Merkmale wurden eindeutig erkannt. Schließlich verschwand der Luchs im Unterholz. Die Begegnung fand im nördlichen Aartal statt, das bereits zu Rheinland-Pfalz gehört. Hessen liegt allerdings in Sichtweite. Zum Umland von Hohenstein mit seinen kontinuierlichen Luchshinweisen sind es nur wenige Kilometer.

Die Beobachtung im Aartal bestätigte erneut, dass Luchse auch außerhalb der Paarungszeit rufen. Entgegen den Aussagen der Fachliteratur. Entsprechende Hinweise erreichen uns seit einigen Jahren. Meist waren es Lautäußerungen in der Nacht. Das Tier wurde nur gehört. Da in diesem Fall der „Rufer“ auch gesehen wurde, konnten die Laute eindeutig zugeordnet werden.

Schreibe einen Kommentar