Harzluchs M2 jagt auch im Landkreis

Im Laufe des Jahres 2010 wurde auch der besenderte Harzluchs M2 mehrfach im Riedforst gesehen. Ende März begegnete er im Wald bei Kehrenbach einem Spaziergänger, dem er sich bis auf 15 Meter näherte. Der Beobachter berichtet, in dieser Situation habe er M2 mit ruhiger Stimme angesprochen. Der Luchs habe eine Weile „zugehört“ und sei dann in aller Ruhe seiner Wege gegangen. Aus dieser kurzen Distanz sei das Sendehalsband nicht zu übersehen gewesen.

Die Begegnung bei Kehrenbach machte deutlich, dass ein wildlebender Luchs keineswegs scheu sein muss. Zumindest einzelne Tiere entscheiden offenbar ganz individuell, ob sie sich dem Menschen zeigen oder nicht.

Das schwarze Band ist auch auf den Fotografien zu erkennen, die im Mai 2010 bei Söhrewald (Landkreis Kassel) gelangen. Die Reichweite der Kamera wurde durch ein vorgehaltenes Fernglas verstärkt.

Luchs M2 schaut Richtung Kamera in Hessen durchs Fernglas fotografiert
Luchs M2 liegend in Hessen durchs Fernglas fotografiert
Ungefähre Route von M2 April–Dezember 2009

M2 ist ein männlicher Luchs, der im Nationalpark Harz mit einem Sender versehen worden war. Ende November 2009 war er nach Hessen eingewandert. M2 jagte im Riedforst, in der Söhre und im Kaufunger Wald. Sein Streifgebiet lag also sowohl im Schwalm-Eder-Kreis als auch im Landkreis Kassel und im Werra-Meißner-Kreis.

Die Vorgeschichte

Ungefähre Route von M2 April–Dezember 2009
Ungefähre Route von M2 April–Dezember 2009

Im November 2008 wurde auf einer Bundesstraße bei Seesen/Harz eine führende Luchsin von einem Fahrzeug erfasst und getötet. Drei der insgesamt vier Jungtiere überlebten den Unfall. Sie hielten sich einige Wochen in der Nähe des Unfallortes auf. Zwei Jungtiere konnten schließlich von Mitarbeitern des Luchsprojektes Nationalpark Harz eingefangen werden. Sie wurden in einem abgeschirmten Gatter im Nationalpark untergebracht und dort auf ihre Auswilderung vorbereitet. Das männliche Tier erhielt den Namen M2, das Weibchen wurde F1 genannt. Vor ihrer Freilassung im April 2009 wurde M2 mit einem GPS-Halsband versehen, F1 erhielt ein herkömmliches VHF-Sendehalsband. Zurück in der freien Wildbahn gingen die beiden Luchse getrennte Wege. Während F1 den nördlichen Harz durchstreifte, verließ M2 das Mittelgebirge, durchquerte das nordwestliche Eichsfeld (Thüringen) und wanderte schließlich nach Hessen weiter.

Zwischen dem Ausgangspunkt bei Bad Harzburg und seinem hessischen Streifgebiet südlich von Kassel liegen mehr als 100 km Luftlinie.

Weitere Informationen zu den Wanderbewegungen der Harzluchse finden sich auf der Website des Nationalparks.

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